Werk
Étude E-Dur op. 10/3 („Tristesse“)
Die Étude E-Dur op. 10 Nr. 3 von Frédéric Chopin stammt aus dem 1833 veröffentlichten ersten Etüdenband op. 10, den Chopin „à son ami Franz Liszt“ widmete. Anders als die virtuos stürmenden Nachbarstücke ist die Nr. 3 eine langsame, gesangliche Studie: Sie schult den weichen Legato- und Kantabile-Anschlag. Über die schwärmerische Melodie in strahlendem E-Dur soll Chopin selbst gesagt haben, er habe nie eine schönere gefunden – der Beiname „Tristesse“ (auch „L’Adieu“) stammt allerdings nicht von ihm, sondern kam erst später auf.
Das Stück gehört zur Romantik und ist für Klavier solo geschrieben; auf dem Klavier verlangt es weniger Fingerakrobatik als Klang- und Pedalkultur. Weil das Werk gemeinfrei ist, liegt es sowohl in wissenschaftlichen Urtext-Ausgaben als auch in praktischen Spielausgaben vor.
| Cover | Komponist | Titel | Besetzung | Verlag | Bestellnummer | Herausgeber | Preis | Hinweise |
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
![]() | Chopin, Frédéric | Etüde E-Dur | Klavier | G. Henle Verlag | HN 656 | — | 8,50 €Kaufen | Urtext (Henle) |
![]() | Chopin, Frédéric | Etude E-Dur | Klavier | Wiener Urtext Edition | UT 51007 | Badura-Skoda, Paul | 15,95 €Kaufen | Urtext (Wiener Urtext) |
![]() | Chopin, Frédéric | Etüde E-Dur | Klavier | SCHOTT MUSIC GmbH & Co KG, Mainz | ED0 379 | Sauer, Emil von | 6,50 €Kaufen | Spielausgabe (Schott) |
Gemeinsamkeiten & Unterschiede
Gemeinsam ist den Urtext-Ausgaben von Henle und Wiener Urtext der quellenkritische Anspruch: Sie geben Chopins Notentext ohne fremde Deutungszusätze wieder. Unterschiede liegen im Umfang und in der Aufmachung – die Etüde erscheint dort meist im Rahmen des kompletten Bandes op. 10 bzw. der gesammelten Etüden, sodass man die Nr. 3 stets zusammen mit ihren Geschwistern erhält. Die Schott-Ausgabe ist eine mit Fingersätzen versehene Spielausgabe für den praktischen Gebrauch.
Welche Ausgabe für wen?
Wer den verlässlichen Notentext erarbeiten und die Etüde im Zusammenhang des ganzen Zyklus kennenlernen will, greift zu Henle oder Wiener Urtext. Die Schott-Spielausgabe eignet sich für alle, die zusätzliche Fingersätze schätzen. Wer tiefer in Chopins Klavierschaffen eintauchen möchte, findet in den Nocturnes und den Préludes op. 28 die passenden Nachbarn.


